Verfolgt man den Werdegang des Fußballs in Weiterstadt, so sind insbesondere in den Anfangsjahren die Wege sehr verzweigt.

Es waren zuerst Straßenmannschaften, die in "freier Wildbahn" auf Straßen und Plätzen auf zwei Tore bolzten.

Das Treten nach diesem kugelartigen Gebilde war damals nicht gern gesehen. Das Spiel hatte viele Gegner, wie zum Beispiel Lehrer,

Schutzmänner, Behörden, die Eltern usw. Der erste Versuch eines Zusammenschlusses der verschiedenen Mannschaften im Jahr 1900 scheiterte bald.

Auch die 1905 gegründete Germania hatte nicht lange Bestand. Doch fußballbegeisterte und Fußball spielende Buben gab es in Weiterstadt immer mehr.

Um eventuellen Strafen zu entgehen, war man gezwungen, nach Außerhalb auszuweichen. Der Ball war meist aus Lumpen, aber man hätte doch so gerne einen richtigen Fußball gehabt. So trug es sich etwa 1908 zu, dass drei Weiterstädter Jungen Richtung Darmstädter Windmühle zogen mit der Absicht,

einen richtigen Fußball zu organisieren. Auf dem Platz an der Spitze von Gräfenhäuser- und Pallaswiesenstraße trainierte samstags

die Soldatenmannschaft "Hessen". Rund um den eingezäunten Platz war nur Feld. Die Drei legten sich verteilt ins hohe Getreidefeld und hofften

auf einen Schuss, der hoch und weit ins Aus ging. Sie mussten lange warten, doch dann war es soweit: Der Ball flog ins Kornfeld.

Einer der Jungen schnappte sich das Leder und man gab ordentlich Fersengeld.

Der dritte Versuch einer Vereinsgründung hatte dann endlich Bestand und unsere Ballbeschaffer gehörten zu den Gründern.

Am 1. April 1910 gründeten 17 junge Männer im Gasthaus Linnert den FC Olympia Weiterstadt. Erster Vorsitzender wurde Konrad Zimmermann.

 

Die Gründer waren damals fast alle jungen Burschen im Alter zwischen 14 und 16 Jahren.

So hatte man im Ort recht schnell den Ausdruck Bubenverein weg. Das Vereinsleben war in den damaligen Jahren nicht problemlos.

Die Hosen waren länger als heute, dafür war das Kleingeld knapper. Da das Geld fehlte, um beispielsweise in ein Gasthaus zu gehen,

fanden Spielersitzungen oft auf der Straße statt. Aber man war mit Eifer bei der Sache und kaufte sich für mühselig zusammengesparte

18,00 Reichsmark einen Ball. Trainiert wurde zweimal wöchentlich, meistens auf der Fohlenweide (im Wiesengrund).

Der erste offizielle Platz war auf dem Exert, ca.20 Minuten zu Fuß vom Ort entfernt. Dort wo heute Industrie blüht,

wagte man im Sommer 1910 die ersten offiziellen Spiele gegen Germania Arheilgen, Germania Wixhausen und Britannia Gräfenhausen.

Die Resonanz bei diesen Begegnungen war recht bescheiden. Eindrucksvoller war natürlich, wenn in unmittelbarer Nachbarschaft das

Luftschiff "Schütte Lanz" startete oder die Dragoner zum Exerzieren anritten. Weniger attraktiv war, wenn die Weiterstädter Kicker zu Training

und Spiel ihre Torstangen vom Ort zum Spielfeld hin- und auch wieder zurücktragen mussten. Eine große Erleichterung war es dann, als man später die Pfosten und Latten bei der Gärtnerei Lautenschläger unterstellen konnte. Trotz all dieser Widrigkeiten, der neue Sport wurde immer beliebter.

1911 gründete sich der Bruderverein FC Teutonia unter dem Vorsitz von Philipp Lipp (später Heinrich Royer bzw. Ernst Schmidt). 

Die Teutonia schuf sich ein Spielfeld am Krötenberg (an der jetzigen Autobahn).

Die Rivalität beider Vereine war gleichzeitig Ansporn und kam der Entwicklung des Fußballsports zugute. Das erste Derby gewann Olympia Weiterstadt.

 

Mit Ausbruch des ersten Weltkriegs 1914 wurde diese Entwicklung aber gebremst. Zwar wurden in dieser Zeit noch einige schöne Erfolge erzielt,

vor allem, wenn die Urlaubsquote günstig verlief, aber der Krieg brachte den Sport in dieser Zeit dann doch zum Erliegen.

13 Sportkameraden kehrten aus dem 1918 beendeten Krieg nicht mehr zurück. Angesichts dieser Verluste und vielseitiger Probleme

in dieser schwierigen Zeit vereinigten sich am 13. März 1919 beide Ortsvereine zum Sportklub 1919.

Vorsitzender war Ernst Schmidt, später Jakob Heß. In diesem Jahr schloss sich der Verein dem Süddeutschen Fußballverband an.

In dieser Dachorganisation wurde der Sportklub mit der Austragung des olympischen Sportfestes am 7. September 1919 und des Gautages betraut.

Dabei wurden Wettkämpfe in den Disziplinen Laufen, Weitsprung, Schleuderball, Tauziehen und Fußballweitstoß ausgetragen. Außerdem gelang mit der Meisterschaft in der C-Klasse der erste große sportliche Erfolg.

 

1920 übernahm Adam Royer den Vorsitz und 1921 wurde der heutige Name Sportverein 1910 angenommen. Die weiterhin schwierige Nachkriegszeit

führte 1922 zu einer Interessengemeinschaft zwischen Weiterstadt und Braunshardt. Das Resultat war 1922/23 die Meisterschaft des Bezirks,

des Gaues und der Aufstieg in die A-Klasse. Gaumeister wurde auch die zweite Mannschaft. Leider war dieses Fußballhoch nicht von langer Dauer.

Die Besatzungsgrenze, die zwischen Weiterstadt und Darmstadt verlief, ließ keinen geordneten Spielbetrieb mehr zu. Weitere ungünstige Entwicklungen warfen den Verein zurück. So ging beispielsweise die Fußballfusion Weiterstadt und Braunshardt 1926 wieder auseinander und in Braunshardt kam der Handball mehr und mehr zur Geltung. Zum Glück konnte der Verein in dieser Zeit auf eine gute Jugendmannschaft zurückgreifen und

damit eine neue Basis schaffen.

In diesem Jahr übernahm Konrad Zimmermann wieder den Vorsitz. Zum Pfingstfest 1927 wurde der neue Sportplatz an der Arheilger Straße eingeweiht. Dieses harmonische Fest wurde von allen sporttreibenden Ortsvereinen gestaltet. Mit Inbetriebnahme des neuen Sportgeländes ging es auch in sportlicher Hinsicht wieder voran. Zur Saison 1927/28 hatte sich wieder ein gutes Team gefunden und es wurden die Meisterschaft

und der Aufstieg in die A-Klasse geschafft.

 

Der Stellenwert des Fußballs wuchs in den 20er Jahren. Zum Beleg hierfür dient die folgende Anekdote:

In dieser Zeit war es Brauch, dass der Friseur bzw. Rasierer sonntags in der Ortsmitte Hochbetrieb hatte. Es war schon spät,

als der Senior des Hauses noch einen ganz speziellen Kunden zu bedienen hatte. Zweimal hatte er ihn an diesem Tag schon rasiert, einmal mit,

einmal gegen den Strich. Doch der Kunde, der lange in Berlin tätig war, wollte eine dritte Rasur, weil dies in Berlin so üblich sei.

Also gut, er wurde ein drittes Mal eingeseift. Doch da hörte man die Fußballer kommen. Der Friseur, als alter Fußballer bekannt, legte sein Rasiermesser beiseite, ließ den Berliner eingeseift sitzen und marschierte mit den Kickern  zum Sportplatz.

1928 gab es einen erneuten Führungswechsel in der Clubführung. Der 23-jährige Adam Heß sollte für die nächsten sieben Jahre die Geschicke des Vereins lenken. Spielleiter (die heutige Bezeichnung ist Spielausschussvorsitzender) blieb, wie schon die Jahre zuvor, Johannes Hartmann.

Auch im Arbeiter - Turn- und Sportverein fand sich eine gute Elf zusammen.

Der Verein hatte auch eine Handballepoche, sie erstreckte sich von 1929 bis 1931. Schon im zweiten Jahr wurde mit Braunshardt in einer Klasse gespielt.

Die Weiterstädter Mädchen wollten da nicht zurückstehen und fanden sich in einem Team zusammen, das ebenfalls schöne Erfolge erringen konnte.

Im Jubiläumsjahr 1930 lagen die fußballerischen Erfolge mehr bei der Jugend, die unter der Leitung von Philipp Hamm ungeschlagen Meister wurde.

Das Fest zum 20-jährigen Bestehen an Pfingsten fand bei der Bevölkerung eine gute Resonanz. Nicht nur das Spiel gegen Eintracht Frankfurt,

dem Höhepunkt der Jubiläumsfeierlichkeiten, auch der gesamte Festverlauf gaben dem Verein Anerkennung und Auftrieb.

 

Zu Beginn der 1930er Jahre stand der Sport in Weiterstadt auf hohem Niveau, nicht nur leistungsmäßig, sondern auch was die Breitensportarbeit

betraf. In drei Vereinen wurde Fußball gespielt. Diese waren der Arbeiter - Turn- und Sportverein (ATSV), Rot-Sport und  SV 1910.

Der Sportplatzausschuss, in dem die Gemeinde und alle Vereine vertreten waren, hatte es nicht leicht, die Platzeinteilung reibungslos abzuwickeln.

Durch die politischen Ereignisse 1933 wurde dem vielseitigen ATSV durch Verbot und Beschlagnahme der Sportgerätschaften ein jähes Ende bereitet.

Ein Teil der Aktiven fand den Weg zur Turngemeinde, andere (meist Fußball- und Radsportfreunde) traten dem SV 1910 bei.

Aber leider gingen auch ein Großteil dem Sport verloren. Sehr beliebt war zu jener Zeit die Leichtathletik. In allen Altersgruppen wurde jährlich der Vereinsmeister ermittelt. In dieser vielseitigen Sportart wurde am 10. September 1933 ein Vergleichskampf zwischen Groß-Gerau,

Dornheim und dem Sportverein 1910 ausgetragen.

Am 1. Januar 1935 löste Willy Spengler den langjährigen Vorsitzenden Adam Heß ab, der in der gleichen Versammlung zum Ehrenvorsitzenden gewählt wurde. In diesem Jahr fand auch ein Ausflug nach Lisdorf ins Saarland statt, mit denen uns eine langjährige Freundschaft verband.

Wenn auch Fußball im Verein an erster Stelle stand, so blieb doch noch genügend Raum für weitere Sportarten.

1935 gründete sich die Radsportabteilung, die aus dem früheren Bund "Solidarität" hervorging. Gute Leistungen boten auch unsere Sportlerinnen. Der sportliche Bereich ging von Gymnastik bis hin zum Volkstanz unter der Leitung von Ludwig Görich (1936 bis 1938).

An der Vereinsspitze gab es 1936 einen Wechsel, Konrad Zimmermann leitete nun die Geschicke des Clubs. In der Saison 1936/37 hatte der SVW

eine schlagkräftige erste Mannschaft zusammen, die unter starker örtlicher Anteilnahme die Kreismeisterschaft erringen konnte.

Zum Stamm dieses Teams zählten Leo Hartmann, Wilhelm Menzer, Willi Mischlich, Heinrich Emich, Heinrich Schimpf, Philipp Schwarz, Adam Hamm, Ludwig Hahn, Philipp Hamm, Hans Schuchmann, Wilhelm Köppel, Christoph Rothenhäuser, Hans Heß, Hermann Beißwenger und Wilhelm Schrodt.

1937 stand Adam Heß dem Verein wieder vor. Zu dieser Zeit war in Weiterstadt ein Arbeitsdienstlager. Der Lagerleiter suchte Verbindung zu örtlichen Sportvereinen. Er hätte gute Fußballer in seiner Truppe. An Buß- und Bettag waren so genannte Opferspiele für verletzte Kameraden und

man durfte Spieler auswechseln (was erst zur WM 1970 eingeführt wurde). Unsere Mannschaft spielte an diesem Tag in Gräfenhausen und dies sollte eine gute Gelegenheit für die Männer aus dem Lager sein, um ihre Spielstärke zu demonstrieren. Die komplette Abwehr (fünf Spieler) bestand aus Spielern aus dem Arbeitslager. Allerdings lief es nicht ganz so gut und schon nach 15 Minuten stand es 3:0 für Gräfenhausen. Es wurde schnell von der Möglichkeit der Auswechslung Gebrauch gemacht und so erreichte unsere Mannschaft noch ein 5:5.

1938 übernahm Christoph Schuchmann den Vereinsvorsitz. Der Verein war in dieser Zeit sportlich und finanziell gut aufgestellt, als die Entscheidung zum Zusammenschluss von Turngemeinde und Sportverein anstand. Die Triebfeder zur Verschmelzung war der damalige Bürgermeister Dr. Stroh.

In der gemeinsamen Vorstandssitzung am 11. Juni 1938, der Dr. Stroh beiwohnte, wurde der Zusammenschluss zur Sportgemeinde beschlossen.

Zum Ersten Vorsitzenden wurde Gustav Hillemann bestimmt, Zweiter Vorsitzender wurde Christoph Schuchmann. Die erste gemeinsame Aktion war ein Sommernachtsfest auf dem Sportplatz. Des Weiteren wurde von der Gemeinde ein Geschäftszimmer zur Verfügung gestellt,

das sich im Gemeindehaus in der heutigen Spessartstraße befand. Unter diesen Voraussetzungen ging die Gemeinde, anfangs auch mit reger Beteiligung

der Einwohnerschaft, an die Vergrößerung des Sportplatzes. Das bisherige Areal wurde fast verdoppelt und reichte bis an die heutige Baumgartenstrasse. Auch ein Schwimmbad war geplant und mit den Erdarbeiten bereits begonnen.

Doch der Beginn des Zweiten Weltkriegs hemmte natürlich auch die sportlichen und strukturellen Entwicklungen. In den ersten Kriegsmonaten bekamen

die Weiterstädter Fußballer durch Einquartierungen einige namhafte Zugänge, wie zum Beispiel Stroh (Austria Wien) und Vavra (Wiener SC).

Auch durch diese Verstärkungen zählte die Mannschaft in dieser Zeit zu den stärksten im Bezirk und konnte einige Erfolge verzeichnen.

Mit zunehmender Kriegsdauer wurde es immer problematischer, den Spielbetrieb aufrecht zu erhalten. Immer mehr Kameraden wurden zum Kriegsdienst einberufen, sodass der sich der sportliche Bereich bald ausschließlich auf die Jugend beschränkte.

 

DIE ANFÄNGE NACH DEM KRIEG

 

1945 folgte dann die Nachkriegszeit mit all ihren negativen Auswirkungen. Die Zahl der Gefallenen und Vermissten war um ein Vielfaches

höher als im ersten Weltkrieg. Das Land lag in Trümmern. Die Gedanken der Bürger drehten sich um die Beschaffung von Ernährung,

Unterkünfte und im Winter Heizmaterial. Das waren denkbar schlechte Voraussetzungen für den Neuaufbau des Vereins.

In der am 7. Oktober 1945 gegründeten Sport- und Kulturgemeinschaft unter Eduard Storm fanden sich die Vereine wieder zusammen.

Die Leitung des sportlichen Bereichs hatte Christoph Schuchmann inne, später Adam Danz. Zum langsam wieder beginnenden Spielbetrieb musste

der Platz erst einmal wieder geebnet werden. Viele heutige Selbstverständlichkeiten wie die Beschaffung von Sportkleidung, Schuhen, Bällen etc war ein Problem. Gefragt war Organisations- und Improvisationskunst. Hier war Heinrich Hofmann eine große Hilfe.

All diesen Widrigkeiten zum Trotz kam langsam wieder Leben in die Sportabteilungen. Das erste Fußballspiel stieg bereits im

Spätherbst 1945 gegen Gräfenhausen und endete 3:3.

 

In dieser Zeit kurz nach dem Krieg ergab sich auch die folgende Geschichte:

In Klein-Gerau war ein Fußballturnier. Der Transport war damals sehr einfach. Ein Lastwagen mit drei Bänken musste genügen

(heutige Sicherheitsexperten hätten damals ihre helle Freude gehabt). Die Weiterstädter kamen in letzter Minute. Also runter vom LKW,

rauf aufs Spielfeld und los ging das Spiel. Nach einigen Minuten riefen die Zuschauer: "Die Weitschder sinn zu zwölft."

Der Schiedsrichter unterbrach das Spiel und zählte seine Schäfchen durch. Und tatsächlich, die Weiterstädter hatten einen Mann zuviel auf dem Feld.

 

Die Sportabteilung der SKG mündete unter dem Vorsitz von Adam Heß in die Sportgemeinde, die 1948 wieder neu auflebte.

Doch die Bestrebungen, die alten Verhältnisse im Vereinsleben wieder herzustellen waren stärker. Ein entsprechender Antrag stand in der Jahreshauptversammlung am 1. Januar 1950 zur Entscheidung und die Mehrheit votierte für die Rückführung in den alten Zustand.

So blieb einerseits die Sportgemeinde bestehen und der Sportverein 1910 wurde am 12. Januar 1950 wieder ins Leben gerufen.

Die Gründungsversammlung ernannten Heinrich Schrodt und Kurt Lincke zum Ersten und Zweiten Vorsitzenden. Eine der ersten Aufgaben des neuen Vorstandes war die Planung und Ausrichtung der 40-Jahr-Feier. Neben dem Kommers als Auftakt wurde ein gutes sportliches Programm geboten,

unter anderem eine Kreisauswahl gegen Darmstadt 98 und als Höhepunkt unsere 1. Mannschaft gegen die Amateure von Eintracht Frankfurt (Endstand 4:5).

Neuer Vorsitzender wurde am 1. Januar 1951 Adam Danz, der spätere Bürgermeister der damaligen Gemeinde Weiterstadt.

Wenn auch die finanzielle Situation des Vereins nicht gerade rosig war (der Monatsbeitrag lag zu dieser Zeit bei 60 Pfennig/entspricht etwa 30 Cent),

sportlich konnte man bald wieder an die früheren Erfolge anknüpfen. In der Verbandsrunde 1950/51 konnte die Meisterschaft in der A-Klasse

erreicht werden. Durch den 3:1 Sieg am 1.April 1951 im Derby gegen Gräfenhausen konnte man die noch fehlenden Punkte einfahren und stieg

zum ersten Mal in die zweite Amateurliga auf. Trotz guter Leistungen ging es ein Jahr später wieder zurück in die A-Klasse.

Das Jahr 1952 sah erneut Konrad Zimmermann und Jakob Numrich an der Spitze. Diesen beiden folgte 1953 Christian Petri, der in den folgenden 17 Jahren die Geschicke des Vereins lenken sollte. Auch im Jugendbereich arbeitete der Verein erfolgreich. Besonders erwähnenswert für diesen Zeitabschnitt ist die 1955 erreichte Meisterschaft der A-Jugend, die in dieser Saison ungeschlagenen blieb. Das Ferienlager in Oberjoch war für die Jugend ein

schönes Erlebnis und ein kleiner Dank. Der 16. Mai 1955 sollte dann ein Meilenstein für den weiteren Werdegang des SV 1910 werden.

Der Vorsitzende Christian Petri besprach mit dem Vorstand erstmals einen kühnen Plan: Ein eigenes Heim zu bauen mit Umkleideräumen, Duschmöglichkeiten, Versammlungsraum und Geschäftszimmer. Zur 50-Jahr-Feier im Jahre 1960 sollte Einweihung sein. Unter diesen Aspekten wurde als erster Grundstein ein Bausparvertrag beschlossen. Zug um Zug wurde in den kommenden Jahren diese Planung umgesetzt und verwirklicht.

 

Die gute Jugendarbeit des Vereins wirkte sich positiv auf den Aktivenbereich aus. Ab 1956 stellte der hoffnungsvolle Stamm aus der Jugend

den Großteil der ersten Mannschaft. Heinrich Hahn (Jugend), Ludwig Hahn (Trainer) und Johannes Benz (Spielausschuss) trugen in dieser Zeit die sportliche Verantwortung. In den folgenden vier Jahren mischte das Team im Kampf um die Tabellenspitze mit, aber der ganz große Wurf wollte einfach nicht gelingen. Im Frühjahr 1957 wurde das Kreispokalendspiel gegen die TSG 46 Darmstadt mit 5:0 gewonnen. Das Bezirks-Halbfinale wurde in Steinbach/Odenwald gespielt und nach Verlängerung mit 7:6 gewonnen. Das Endspiel in Pfungstadt ging nach ausgeglichenem Spiel gegen den Landesligisten

Germania Ober-Roden mit 1:3 verloren. Ein Jahr später (30. April 1958) war wieder Pfungstadt Austragungsort eines Entscheidungsspiels. Die SG Arheilgen und Weiterstadt waren nach Abschluss der Runde punktgleich. Aber auch dieses Spiel ging unglücklich mit 0:2 verloren. Die gute und auch faire Spielweise unserer Mannschaft (in diesen beiden Jahren ohne Platzverweis) wurde allseits beachtet und anerkannt.

Um den Trainingsbetrieb zu verbessern, wurde 1958 eine Flutlichtanlage am Sportgelände installiert. Im gesellschaftlichen Bereich begann der Verein mit der Organisation von Familien- und Sportabenden, die guten Anklang fanden.

Das Bauvorhaben (geplant von Architekt Georg Gehrunger) nahm langsam Formen an. Sehr großzügig zeigte sich die Gemeinde Weiterstadt, die kostenfrei das Grundstück überschrieb. Baubeginn war dann am 5. September 1959, Richtfest am 3. Januar 1960. Insgesamt wurden etwa 4.000 Arbeitsstunden in Eigenhilfe geleistet. Vorstand, Festausschuss und Mitglieder waren selten so gefordert wie in den ersten Monaten des Jahres 1960. Parallel liefen die Arbeiten am neuen Funktionsgebäude unter der Leitung von Christian Petri, als auch die Vorbereitungen für die Feier zum fünfzigjährigen Bestehen des Vereins unter Adam Heß. In den letzten Tagen vor dem Fest wurde bis tief in die Nacht hinein gearbeitet. So wurde beides in glänzender Manier geschafft. Die Schlüsselübergabe und Einweihung des Sportheims war am 26. Mai 1960 und der Auftakt zu einem Fest, das in allen Belangen ein Erfolg war und als einer der Höhepunkte in die Geschichte des Clubs einging. Vier Tage wurde bei zahlreichem Besuch ein gutes sportliches und unterhaltsames Programm geboten.

Im Jubiläumsjahr wurde der Spielbetrieb erstmals durch eine Juniorenmannschaft (später Soma) bereichert. Sieben Jahre lang war sie meist in der oberen Hälfte der Tabelle zu finden.

Zu dieser Zeit spielte sich auch die folgende Geschichte ab:

Die Juniorenmannschaft bestritt ein Heimspiel gegen Pfungstadt. Bei einem unserer Spieler war der Haarwuchs schon deutlich auf dem Rückzug. Aber dagegen konnte man ja etwas tun und unser Mannschaftskamerad trug deshalb eine Perücke. Als eine Flanke vors Tor kam stieg unser Mitspieler hoch zum Kopfball und brachte den Ball in die gewünschte Richtung. Aber leider flog auch etwas in die andere Richtung, nämlich die Perücke. Die Pfungstädter waren zunächst verdutzt. Erst nachdem unser Spieler seine Perücke wieder an sich gebracht hatte legte sich die Überraschung und Heiterkeit machte sich breit.

 

Das Jahr 1961 brachte zwei schöne Turniersiege. Die A-Jugend holte den Pokal in Klein-Gerau und die 1. Mannschaft konnte in Mörfelden gegen stärkste Konkurrenz ihren vielleicht bis dato größten Turniererfolg verbuchen. Außer dem ersten Platz ging auch der Fairnesspreis nach Weiterstadt.

Am 14. Mai 1961 verstarb mit Konrad Zimmermann unser langjähriger Vorsitzender und Gründer des Vereins.

1962 begannen die Planungen für den zweiten Bauabschnitt des Sportheims, die zusätzlich eine Gaststätte und Wohnung vorsahen. Der dazugehörige Bauantrag wurde im Mai desselben Jahres gestellt.

Sportlich erfolgreich war auch die Saison 1962/63 unter Trainer Ludwig Hahn und dem Spielausschussvorsitzenden Gerd Samlowski. Nach einer sehr langen Winterpause erkämpfte sich die Mannschaft 13 Siege in Serie und sicherte sich im letzten Spiel am 7. Juli 1963 bei der SKG Roßdorf die Meisterschaft in der A-Klasse (heute Kreisoberliga).

 

Der zweite Bauabschnitt des Sportheims war inzwischen fertig, sodass der erneute Aufstieg in der neuen Gaststätte entsprechend gefeiert werden konnte. In den nächsten beiden Jahren in der 2. Amateurliga (heute Gruppenliga) zeigten sich unsere Spieler in sehr guter Form. Höhepunkte waren Siege in Gernsheim, Bensheim, bei Germania Ober-Roden sowie das Remis im Rüsselsheimer Stadion beim SC Opel. Am Ende dieser Runden belegte man einen guten Platz im Mittelfeld der Tabelle, ein Erfolg für das Weiterstädter Team. Doch am Ende der Saison 1965/66 bedeutet der viertletzte Platz dann leider wieder den Abstieg in die A-Klasse.

Dass in der nächsten Saison gleich auf Anhieb zwei Meistertitel (1. Mannschaft und Reserve) geholt wurden, sprach in erster Linie für die Spieler, aber auch für den Verein. Unter der Regie der Trainer Manfred Benz und Uli Beutemüller sowie des Spielausschussvorsitzenden Willibald Fiedler war das letzte Spiel zu Hause gegen Wixhausen noch einmal so spannend wie der gesamte Verlauf der Punktrunde. Zwei Punkte wurden zum Aufstieg benötigt und Weiterstadt führte bereits mit 3:0. Dann jedoch kam Wixhausen bis auf 3:2 heran und es folgten bange Minuten, aber man konnte den knappen Vorsprung über die Zeit bringen. Zum dritten Mal war der Aufstieg in die 2. Amateurliga geschafft.

 

 

UMZUG IN DIE NEUE BEZIRKSSPORTANLAGE

 

Ein weiterer sportlicher Höhepunkt des Jahres 1967 war der Kreispokalsieg durch einen 2:0 Sieg gegen FC Arheilgen. Nachdem die Gemeinde 1966 beschloss, eine neue Sportanlage am Birkenwäldchen zu errichten wurde im September 1967 mit den Bauarbeiten begonnen. In der Saison 1967/68 wurde der Klassenerhalt, der lange gefährdet schien, erreicht. Im April 1968 wurden außerdem die ersten Kontakte zum SV Schaffhausen aus der Schweiz geknüpft, mit dem uns eine langjährige Freundschaft verbinden sollte. Die folgende Saison in der 2. Amateurliga (heutige Gruppenliga) lief sehr gut. Obwohl mancher Punkt leichtfertig liegengelassen wurde, konnte die 1. Mannschaft die Runde als Tabellenachter abschließen. Inzwischen war die neue Bezirkssportanlage im Klein-Gerauer Weg mit zwei Rasenplätzen, einem Hartplatz, Funktionsgebäude und einer Platzwartwohnung fertig gestellt. Diese für 950.000 DM (ca. 485.000 €) errichtete Anlage wurde vom 25. bis 27. Juli 1969 unter Mitwirkung aller Ortsvereine eingeweiht. Sportlicher Höhepunkt war das Spiel der Hessenauswahl gegen die Bezirksauswahl, welches 4:2 endete. Ganz Weiterstadt feierte mit seinen Gästen, darunter auch unsere Freunde aus Schaffhausen. Mit einem Höhenfeuerwerk wurde das Fest abgeschlossen.

Das "Pappelstadion" an der Arheilger Straße gehörte nun der Vergangenheit an. Was hiervon bleibt sind Erinnerungen an eine erfolgreiche Zeit mit sehr guter Zuschauerresonanz, besonders bei den Spielen gegen Groß-Gerau oder Griesheim beziehungsweise den Derbys gegen Gräfenhausen oder Arheilgen. Zweimal beobachteten mehr als 1.000 Zuschauer Spiele unserer 1. Mannschaft im Pappelstadion. Vorbei auch die Zeit, als nach den Heimspielen der harte Kampf um Platz und Bier im viel zu kleinen Sportheim begann, dessen Raumnot erst behoben war, wenn der Friedel (Storck) die Umkleidekabinen nach der Säuberung freigegeben hatte.

Vom 16. bis 21.Oktober 1969 begab sich eine Mannschaft des SVW auf die Reise nach Deva in Rumänien zur dortigen 700-Jahr-Feier. Zu dieser Zeit waren die Vorbereitungen und Planungen bei Reisen in den damaligen Ostblock schwierig, aber diese Auslandsreise war erfolgreich. Zwar gingen die Spiele gegen Muresul Deva und Lokomotive Simeria mit 2:4 bzw. 2:6 verloren, dafür entschädigte aber ein gutes und freundschaftliches Verhältnis mit den rumänischen Sportlern.

In der Pokalrunde schaffte es die erste Garnitur wieder bis zum Kreispokalendspiel. Doch die Hoffnungen, wieder so erfolgreich wie zwei Jahre zuvor zu sein, erfüllten sich nicht. Gegen die TG 75 Darmstadt gab es zuerst ein 0:0, das Wiederholungsspiel endete mit 1:2.

 

Im Frühjahr 1970 führte eine Fahrt unserer Ersten für drei Tage nach Schaffhausen. Seit 1967 hielten sich unsere Mannen gut in der 2. Amateurliga, aber ausgerechnet im Jubiläumsjahr musste man den Gang in die A-Klasse (heutige Kreisoberliga) antreten. Ein schönes Fest, von Adam Heß bestens organisiert, wurde die Feier zum sechzigjährigen Bestehen des Vereins. Das Jubiläum stand im Zeichen internationaler Sportbegegnungen. Auch die Ortsvereine wirkten mit, besonders aktiv der Musikzug der Sportgemeinde. Würdiger Abschluss war der bunte Sportabend im Festzelt vor 1.500 Zuschauern. Nach 17 Jahren gewissenhafter Vereinsführung gab Christian Petri im Juli 1970 aus gesundheitlichen Gründen den Vorsitz ab. Es war eine erfolgreiche Zeit, u. a. sechs Jahre in der 2. Amateurklasse (Gruppenliga) sowie der Bau des Sportheims. An die Spitze des Vereins folgte Manfred Kiebel.

Bedingt durch den Sportplatzwechsel gab es Schwierigkeiten. Training und Spiel waren an der neuen Spielstätte am „Waldblick", das Vereinslokal aber befand sich noch am alten Sportgelände an der Arheilger Straße. Änderungsversuche wurden schon damals angestrebt, konnten aber noch nicht umgesetzt werden. Das alte Heim wurde renoviert und erhielt eine Zentralheizung.

Auf der modernen neuen Bezirkssportanlage war den Fußballern anfangs das Glück nicht hold. 1972 musste man äußerst unglücklich den Weg in die B-Klasse (heutige A-Liga) antreten. Nach schwachem Beginn gelang zwar im letzten Drittel der Saison eine Siegesserie, doch alle Anstrengungen waren vergebens, in der Endabrechnung fehlte ein Punkt. Die A-Jugend besuchte den SV Schaffhausen, die C-Jugend war beim VfB Hermsdorf in Berlin zu Gast und 1973 gelang durch die Initiative von Werner Hamm die Verbindung zu Renaissance Athis (Frankreich). Diese Freundschaft schlug Wurzeln in beiden Orten und Besuche sowie Gegenbesuche wechselten jährlich ab und gehörten zum festen Vereinsprogramm. Erfreulich zu dieser Zeit auch die Breitenarbeit, die sich von der E-Jugend bis zu zwei Sondermannschaften (je eine Mannschaft mit italienischen und spanischen Sportkameraden) erstreckte. Mit Wendel Konrad gehörte dem Verein außerdem ein Schiedsrichter an, der in der Oberliga Hessen Spiele leitete. Zusätzlich trainierte er noch erfolgreich die A-Jugend 1974/75. 

1974 übernahm Georg Linnert die Geschicke des Vereins. Im Mai wurde eine Jugend-Werbeaktion durchgeführt, durch die der Verein in den kommenden Jahren einen Aufschwung  im Jugendbereich in punkto Quantität und Qualität erreichte. Durch die Verpflichtung des erfahrenen Profis Rolf Hahl als Spielertrainer und weiteren namhaften Neuzugängen wurde versucht, die Spielstärke zu heben. Das Ziel, wieder in die A-Klasse (heute Kreisoberliga) zurückzukehren, wurde jedoch nicht erreicht. Was man sich von der ersten Mannschaft erhoffte, erreichte die Reserve, sie sicherte sich den Titel gleich zweimal (1974/75 und 1975/76). Zwei Fahrten an die Adria, zwei Empfänge in Weiterstadt und schöne Spiele gab es 1974 gegen VAL Kastel-Stari (Jugoslawien).

 

Am 10. Mai 1975 wurde Christian Petri zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

 

Ab Januar 1976 übernahm Walter Rosignol den Vereinsvorsitz.

Der Wunsch junger Mädchen zum Fußballspielen, bei einem Familienabend in Versen vorgebracht, wurde bald Wirklichkeit. Dem angestrebten Tausch des alten Sportheims an der Arheilger Straße mit dem Lokal "Zum Waldblick" der Gemeinde stimmte die Mitgliederversammlung im November 1976 zu. Zu Meisterehren kam 1977 die A-Jugend und reiste für vier Tage zur TSU Bergheim (Österreich).

 

SPORTHEIM „ZUM WALDBLICK" WIRD EIGENTUM

 

Der offizielle Wechsel des Sportheims fand am 3. Dezember 1977 statt. In der Jahreshauptversammlung am 18. Februar 1978 wurde bereits die Erweiterung des "Waldblicks" beschlossen. Die erste Mannschaft, die sich seit fünf Jahren in der B-Liga (heutige A-Klasse) im Mittelfeld der Tabelle bewegt hatte, kam in der Saison 1977/78 stark in Bedrängnis. Der Abstand zum rettenden Ufer betrug bereits neun Punkte, als eine Aufholjagd begann, die bis zum letzten Spieltag andauerte. Ein Sieg an diesem letzten Spieltag in Rohrbach hätte den Klassenerhalt bedeutet. Es reichte nur zu einem Unentschieden, sodass Modau und unsere Mannschaft punktgleich waren. Das Entscheidungsspiel in Eberstadt ging dann unglücklich mit 2:3 verloren und der Abstieg in die C-Klasse (heutige B-Klasse) war besiegelt. Diese Episode dauerte aber nur ein Jahr an, denn das Team schaffte unter Trainer Wilfried Schönig und Georg Linnert als Spielausschussvorsitzendem mit der Meisterschaft den direkten Wiederaufstieg. Bis zum 28. Spieltag dieser Runde blieb die Mannschaft dabei unbesiegt.

In dieser Saison waren außerdem zehn Jugendmannschaften incl. Mädchenmannschaft am Ball. Durch diese Verdoppelung innerhalb von vier Jahren war der Club in punkto Jugendarbeit mit führend in Südhessen. Aber schon damals zeigte sich, dass es nicht immer einfach war und ist, genügend Trainer zur Betreuung der Kinder und Jugendlichen zu finden.

Wenn man sich zurückerinnert bis in die späten sechziger Jahre, so ging es damals zu Auswärtsspielen oft mit dem Fahrrad. Als Begleitung war oftmals nur der Trainer mit dabei. Es war nicht immer leicht, die Gruppe zusammen zu halten, besonders wenn noch ein "Platten" dazukam. Heute sieht es in diesem Bereich weitaus besser aus. Die Eltern begleiten ihre Kinder zu den Spielen und manche Mutti erklärt ganz souverän, was Abseits ist.

 

Die Baugenehmigung zur Erweiterung des neuen Vereinsheims ließ lange auf sich warten. Am 21. April 1979 war dann schließlich Baubeginn, am 23. Juni bereits Richtfest und am 30. November die Einweihung. Dieser schöne und zweckmäßige Raum wurde größtenteils in Selbsthilfe erstellt.

 

Am 16. Mai 1980 starb unserer Ehrenvorsitzender Adam Heß, der über ein halbes Jahrhundert für unseren Verein und im hessischen Fußball tätig war.

Doch wieder zurück zum grünen Rasen. Hier wurden anlässlich des 70-jährigen Bestehens in der ersten Juni Woche 1980 die Fußball-Stadtmeisterschaften ausgetragen. Bei den Aktiven gewann im Endspiel überraschend die eigene Mannschaft mit 7:5 gegen SKG Gräfenhausen. Sportlicher Höhepunkt war am 8. Juni das Spiel der Stadtauswahlmannschaft aus Weiterstadt, Gräfenhausen und Schneppenhausen gegen den damaligen Oberligisten SG Egelsbach. Die C-Jugend erreichte 1980 die Kreismeisterschaft. Im Dezember 1980 fand ein Hallenturnier für aktive Mannschaften statt, was von da an im jährlichen Zyklus bis zur Jahrtausendwende durchgeführt wurde.

In den folgenden Jahren gab es bei unseren Nachwuchsmannschaften zahlreiche Kreismeisterschaften zu feiern.

1981 kamen E- und C-Jugend zum Erfolg, 1982 waren es E2-, B- und A-Jugend, 1983 D- und A-Jugend, sowie 1984 die C-Jugend.

International tat sich auch wieder manches. TSU Bergheim war zu Gast. Die AH fand neue Freunde beim MSC Pecs (Ungarn). Die Gegenbesuche waren sehr herzlich und das Spiel der Puszta-Söhne von hohem Niveau. Ihre A-Jugend wurde im Sommer 1983 Turniersieger in Weiterstadt gegen stärkste Konkurrenz.

 

1984 konnte die A-Jugend, die bereits seit der E-Jugend zusammenspielte, auf erfolgreiche Jahre zurückblicken. Unter der Betreuung von Georg Linnert und Erhard Seliger errangen sie bei internationalen Turnieren im Ausland schöne Erfolge, u. a. zwei Turniersiege, und dies bei Gegnern wie Ajax Amsterdam, Rapid Wien, VfB Stuttgart, Eintracht Frankfurt, um nur die renommiertesten zu nennen.

Bekanntester Spieler dieser A-Jugend ist Bruno Labbadia, der dieser Mannschaft seit der D-Jugend angehörte und im Sommer 1983 zum SV Darmstadt 98 wechselte, von wo er dann 1984 seine Profikarriere startete. Weitere Stationen als Spieler waren Hamburger SV, 1.FC Kaiserslautern, Bayern München, 1. FC Köln, Werder Bremen, Arminia Bielefeld und der Karlsruher SC. Er bestritt zwei Länderspiele, wurde Deutscher Meister 1991 und 1994 sowie Pokalsieger 1990. Außerdem erzielte er sowohl in der ersten als auch in der zweiten Liga jeweils über 100 Tore. Danach arbeitete Bruno erfolgreich als Trainer bei Darmstadt 98, Spvgg. Greuther Fürth und Bayer Leverkusen. Zurzeit  ist er Chefcoach beim HSV.

 

Mit Albert Thalheimer und Manfred Benz schafften es zwei weitere ehemalige Weiterstädter Kicker bis in die höchsten  deutschen Fußballligen. Thalheimer war für den SV Darmstadt 98 in der Saison 1950/51 in der Oberliga Süd, der damals höchstens deutschen Spielklasse, am Ball. Nach dem Abstieg spielte er für die 98er noch bis 1962 in der 2. Liga Süd und erzielte 76 Treffer in 199 Spielen.

 

Manfred Benz war vor Einführung der Bundesliga von 1960 bis 1963 für Kickers Offenbach ebenfalls in der Oberliga Süd aktiv, danach bis 1965 in der 2. Liga (Regionalliga Süd). Seinen spektakulärsten Treffer erzielte er am 3. März 1963 beim 1:0 Sieg des OFC beim FC Bayern München gegen Sepp Maier.

 

Was unsere erste Garnitur betraf, so war sie in der ersten Hälfte der achtziger Jahre im Mittelfeld der B-Liga (heutige A-Klasse) angesiedelt, manchmal etwas darunter (zwischen Platz 7 und 14). 1984 wurde die erste Mannschaft durch die nachdrängende, oben erwähnte A-Jugend stark verjüngt. Unter Trainer Norbert Schamber und dem Spielausschussvorsitzenden Horst Meinhardt glückte am letzten Spieltag durch einen knappen 1:0 Heimsieg gegen Bickenbach vor ca. 400 Zuschauern die Meisterschaft in der Saison 1984/85 und damit nach 13 Jahren die Rückkehr in die A-Klasse (heutige Kreisoberliga).

Die Reserve wollte hier natürlich nicht nachstehen und wurde ebenfalls Meister. Und das passend zum 75-jährigen Jubiläum des Vereins. Die Festlichkeiten hierzu wurden am 16.Juni 1985 mit einer akademischen Feier gestartet. Es wurde ein Wochenturnier der aktiven Mannschaften sowie ein Jedermann-Turnier durchgeführt. Unsere Jugendmannschaften stellten sich in Einlagespielen vor und auch unsere ausländischen Gäste aus Athis (Frankreich) und Bergheim (Österreich) waren gegen unsere Reserve bzw. Sondermannschaft am Ball. Höhepunkte waren die Meisterschaftsfeier und das Spiel unserer 1. Mannschaft gegen eine hessische Traditionsmannschaft (Portasteam) am 30. Juni, an dem auch die Feierlichkeiten beendet wurden. 

In der Jugend- und Breitenarbeit war der Verein mittlerweile auf einem hohen Niveau angekommen. 1985 verfügte der SVW über 12 Jugendmannschaften, davon eine Mädchenmannschaft. Hinzu kamen noch zwei Sonder- und zwei AH-Teams. In der Saison 1985/86 zeigte man als Neuling in der A-Klasse gute Leistungen, aber leider sprangen in der Vorrunde zu wenige Punkte heraus. Der Klassenerhalt konnte aber nach einer starken Rückrunde unter Trainer Erhard Höptner am letzten Spieltag gesichert werden. Zur „Erholung" ging es für die Mannschaft eine Woche nach Mallorca. In der Saison 1986/87 befand sich die 1. Mannschaft von Beginn an im Mittelfeld und beendete die Runde mit einem 7.Tabellenplatz. Zum Saisonabschluss weilte man eine Woche auf Ibiza. Die A-Jugend wurde in diesem Jahr Sieger in der A-Jugend-Bezirksliga Gruppe 2, die B-Jugend wurde Kreismeister, die E-Jugend Kreispokalsieger sowie C- und F-Jugend Hallenkreismeister.

 

Am 8. Mai 1987 verstarb völlig überraschend der Vereinsvorsitzende Walter Rosignol im Alter von 53 Jahren, unter dessen Führung besonders die Jugendarbeit gefördert wurde. Nachfolger wurde der bisherige zweite Vorsitzende Günter Jung.

 

Am 25. Januar 1988 verstarb der ehemalige Vorsitzende und Bürgermeister von Weiterstadt, Adam Danz, im Alter von 79 Jahren.

 

In der Saison 1987/88 beteiligten sich 11 Jugend-, eine Junioren-, zwei Aktive-, eine Soma- und eine AH-Mannschaft an den Punktrunden. Die 1. Mannschaft startete gut und stand im ersten Drittel der Runde mit an der Tabellenspitze. Leider war dies aber nicht von langer Dauer und man rutschte bis zum Rundenende auf den drittletzten Platz ab, was die Relegation gegen die Tabellenzweiten der B-Ligen Darmstadt und Groß-Gerau bedeutete. Nachdem das erste Spiel in Eberstadt gegen DJK/SSG Darmstadt mit 4:2 gewonnen werden konnte, hätte ein Unentschieden im zweiten Spiel zum Klassenerhalt genügt. Doch leider ging dieses entscheidende Spiel am 5. Juni 1988  in Groß-Gerau gegen Concordia Gernsheim mit 1:3 verloren und der Abstieg in die B-Klasse (heutige Kreisliga A) stand fest. Die A- und F1-Jugend konnte in dieser Saison die Kreismeisterschaft erringen, die Juniorenmannschaft wurde Hallenbezirksmeister. Am 11. Juni 1988 wurde auf der Bezirkssportanlage ein Spielfest für Jedermann durchgeführt, was von den Bürgern gut angenommen wurde. Auch wurde auf dem Sportplatzgelände eine Grillhütte in Eigenhilfe errichtet.

 

Das Missgeschick der 1. Mannschaft konnte in der neuen Saison mit dem Trainergespann Jürgen und Roland Best sowie dem Spielausschussvorsitzenden Erhard Höptner wieder repariert werden. Nachdem die Vorrunde mit Platz drei abgeschlossen wurde, schaffte man unter 20 Mannschaften hinter Meister SV Hahn den zweiten Platz, was die Teilnahme an der Relegationsrunde sicherte. Das erste Spiel gegen den Zweiten der B-Liga Groß-Gerau, VFR Rüsselsheim, konnte nach einem 1:3 Pausenrückstand noch mit 4:3 gewonnenen werden. In Büttelborn wurde dann am 17. Juni 1989 das entscheidende Spiel gegen Alemannia Königstädten ausgetragen. Wie im Vorjahr hätte auch diesmal bereits ein Unentschieden ausgereicht. Nach hartem Kampf konnte vor 650 Zuschauern mit einem 2:1 Sieg die Rückkehr in die A-Klasse (heutige Kreisoberliga) geschafft werden.

Im Jugendbereich war die E2 mit der Kreismeisterschaft am erfolgreichsten.

Im Jahr 1989 erhielt der Sportverein 1910 eine besondere Auszeichnung. Für die gute Jugendarbeit wurde der Verein mit dem "Sepp-Herberger-Preis" vom Hessischen Fußballverband ausgezeichnet. Eine neue Flutlichtanlage konnte in diesem Jahr auf dem Rasenplatz in Betrieb genommen werden, was die Trainingsmöglichkeiten erheblich verbesserte.

 

Weiter erfolgreich war die Jugendarbeit. Im Jahr 1990 kam die B-Jugend zur Kreismeisterschaft. Zum 80-jährigen Bestehen des Vereins wurde im August 1990 das  "Walter Rosignol Gedächtnisturnier" durchgeführt. Im Finale behielt der Gastgeber gegen RW Darmstadt mit 4:1 die Oberhand. Des Weiteren wurde eine Jubiläumsveranstaltung am 15. September durchgeführt.

 

Am 26. März 1991 verstarb unser ehemaliger Vorsitzender Manfred Kiebel, der viele Jahre als Funktionär im hessischen Fußballverband tätig war und dafür mit diversen Ehrungen ausgezeichnet wurde.

 

Auch in der Saison 1990/91 war unser Club wieder mit vielen Nachwuchsmannschaften vertreten, diesmal mit 12 Teams. Unsere C-, B- und A-Jugendmannschaften spielten über Jahre hinweg ununterbrochen in der jeweiligen Bezirksliga, doch diese Saison stellte den bisherigen Höhepunkt dar. Die A-Jugend wurde Bezirksmeister, die B-Jugend Sieger in der Bezirksliga Gruppe 2 und die C-Jugend Zweiter in der Bezirksliga Gruppe 1. Zusätzlich schaffte die D-Jugend die Kreismeisterschaft und die F1 wurde Kreispokalsieger.

 

Schlagzeilen anderer Art lieferte der Kerweumzug vom 18. August 1991. Altpapier, von der Gemeinde durch den Reißwolf gezogen und zu einem Ballen gepresst, wurde vom Motivwagen der Soma als Konfetti auf den Straßen verteilt. Leider waren nicht alle Dokumente dem Reißwolf zum Opfer gefallen und somit landeten auch Informationen, die nicht für die Öffentlichkeit bestimmt waren, auf der Straße. Die Aktion "Konfettiregen" beschäftigte zwei Wochen das Gemeindeparlament und die regionalen Zeitungen. Selbst der Hessische Rundfunk war vor Ort und informierte den interessierten Fernsehzuschauer.

 

Durch die große Anzahl an Mannschaften waren die Umkleide- und Duschräume mittlerweile nicht mehr ausreichend. Bereits zu Beginn der achtziger Jahre wurde hierüber mit der Gemeinde verhandelt. Am 24. August 1991 übergab die Gemeinde Weiterstadt das lang ersehnte, neue Funktionsgebäude inklusive Geschäftszimmer an den SVW. Auch der Ball rollte an diesem Tag bei einem Spiel zwischen Vereinsvorstand und der Gemeindeverwaltung. Endstand 1:0.

 

Seit Ende der 80er Jahre wurde eine Umgestaltung des Sportlerheims diskutiert. Um den Anforderungen eines Restaurants gerecht zu werden, sollte das Speiselokal vom Sportlerheim getrennt werden.  Im September 1991 wurde in Eigenhilfe gemeinsam mit der Brauerei der Umbau begonnen und am 1. Dezember 1991 war die Wiedereröffnung.

 

Die 1. Mannschaft konnte im dritten Jahr ihrer Zugehörigkeit zur Bezirksliga West (Kreisoberliga) den Abstieg mit einem Punkt Vorsprung auf den Relegationsplatz nach einem 2:2 in Büttelborn gerade noch vermeiden. Zu Erfolgen 1992 kamen die A-Jugend als Sieger der Bezirksliga Gruppe 2, die E2- und F1-Jugend als Kreismeister und die F2-Jugend als Hallenkreismeister. Die Soma wurde Bezirkspokalsieger durch einen 2:1 Erfolg im Endspiel über den TSV Reichenbach. Das darauf folgende Jahr konnte wiederum die E2-Jugend als Kreispokalsieger abschließen.

 

Am 10. Januar 1994 verstarb unser Ehrenvorsitzender Christian Petri, der den Verein über Jahrzehnte entscheidend geprägt hatte.

 

Nachdem die 1. Mannschaft die Saison 1992/93 mit einem siebten Platz beenden konnte, musste man 1994 nach fünf Jahren aus der Bezirksliga West in die A-Klasse absteigen. Der Rückstand nach der Hinspielserie mit nur vier Pluspunkten war einfach zu groß und konnte in der Rückrunde trotz guter Leistung nicht mehr entscheidend korrigiert werden. Besser sah es beim Nachwuchs aus, wo die C-Jugend die Bezirksmeisterschaft erreichte. Die B-Jugend wurde Sieger der Bezirksliga Gruppe und E2 sowie F2-Jugend konnten die Kreismeisterschaften nach Hause bringen.

Die darauf folgende Runde beendete die 1. Mannschaft mit einem dritten Platz in der A-Klasse und die 2. Mannschaft feierte in der Reserverunde die Meisterschaft. Höhepunkt dieses Jahres war ein Turnier zum 85-jährigen Jubiläum des Vereins vom 28. bis 30. Juli 1995. Sieger wurde Alemannia Groß-Rohrheim, das im Endspiel den SV Weiterstadt bezwingen konnte.

 

 

BRAND IM VEREINSHEIM

 

Am 18. Dezember des gleichen Jahres richtete ein Brand im Vereinslokal einen Schaden von 100.000 DM an. Dank der vielen freiwillig geleisteten Stunden der Vereinsmitglieder konnten die Trümmer beseitigt und das Sportheim wieder hergestellt werden.

 

In der Saison 95/96 konnte die 1. Mannschaft unter Trainer Ewald Dietrich und dem Spielausschussvorsitzenden Herbert Schrejma den zweiten Platz erringen und schafften damit zwei Jahre nach dem Abstieg die Rückkehr in die Bezirksliga West (heutige Kreisoberliga). Abgerundet wurde der Erfolg durch den erneuten Titelgewinn der 2. Mannschaft in der Reserverunde. Leider stand nach Abschluss der Saison 96/97 erneut der Gang in die A-Klasse fest. In den beiden darauf folgenden Jahren spielte unsere 1.Mannschaft in der Spitzengruppe mit und erreichte nach einem dritten Platz 1998 am Ende der Saison 98/99 den zweiten Platz, der zur Relegation berechtigte. Leider konnte man sich in den beiden Spielen um den Aufstieg gegen Klein-Gerau und Bursa Darmstadt nicht durchsetzen. Erfolgreicher war die 2. Mannschaft, die auch in diesen beiden Jahren Erster wurde und somit  von 1995 bis 1999 die Reserverunde der A-Klasse viermal als Meister abschloss.

 

Bei der Jugend, mit durchschnittlich zehn Teams am Start, waren weiterhin Erfolge und Titel zu verzeichnen. Die F1 sicherte sich den Kreismeistertitel 1996 und die Bambini wurden Gruppenerster 1997. Die C1 erreichte 1998 die Kreismeisterschaft und 1999 den Gruppensieg in der Kreisklasse, was auch erneut den Bambini gelang.

 

Der Beginn des neuen Jahrtausends stand für unseren Club im Zeichen des 90-jährigen Bestehens mit einer akademischen Feier am 9.Juni 2000 und einem Jubiläumsturnier im Juli des gleichen Jahres.

Nachdem unsere 1. Mannschaft die beiden vorangegangenen Runden mit Plätzen im oberen Mittelfeld abschließen konnte, musste 2002 als Sechstletzter mit einem Punkt Rückstand der Gang in die B-Liga angetreten werden. Die hohe Zahl an Absteigern wurde durch eine Reform des Verbandes ausgelöst. Die 2. Mannschaften wurden zur der Saison 2002/03 in die Spielklassen der 1. Mannschaften integriert. Unsere 2. Mannschaft wurde in die C-Liga/Gruppe 1 eingegliedert. Besser erging es der B1-Jugend, die im Jahr 2000 die Kreismeisterschaft errang sowie der C1, die im gleichen Jahr Gruppenerster der Kreisklasse wurde. Die Soma war 2002 mit dem Kreispokalsieg und der Hallenmeisterschaft erfolgreich. Auch bei der 1. Mannschaft stellte sich der Erfolg wieder ein und die Rückkehr in die A-Klasse wurde 2003 unter der Regie von Andreas Günthner und dem Spielausschussvorsitzenden Marco Ries geschafft.

 

NEUER VORSTAND, KUNSTRAENPLATZ, WM-ARENA

 

Auf der Jahreshauptversammlung am 24. Juni 2005 wurde Guido Rudolf zum neuen Vorsitzenden des Vereins gewählt. Die Versammlung ernannte Günter Jung, der dem Club 18 Jahre vorstand, an diesem Tag zum Ehrenvorsitzenden.

Im sportlichen Bereich schaffte die Soma 2005 die Meisterschaft. Für die Saison 2005/06 konnte der SVW den ehemaligen Bundesligatrainer Lothar Buchmann für die Ausbildung und Betreuung der A- und B-Jugend gewinnen.

Der Hartplatz auf dem Sportgelände war mittlerweile seit Jahren in einem Zustand, der den Anforderungen nicht mehr gerecht wurde. Bei trockenem Wetter drohte Staublunge, bei Regen konnte der Platz höchstens noch für Wasserball genutzt werden. 2004 ging der Verein dieses Problem in Zusammenarbeit mit der Stadt an. Man entschied sich für ein Kunstrasenfeld, das für Trainings- und Spielbetrieb die beste Lösung war. Dank der Unterstützung der Stadt und vieler geleisteter Arbeitsstunden der Mitglieder konnte dieses Projekt in Zusammenarbeit mit einer Firma für Sportplatzbau umgesetzt werden. Pfingsten 2006 war die Einweihung des neuen Spielfelds, der auch Bruno Labbadia beiwohnte.

 

Ein weiteres Highlight im Sommer 2006 war die WM-Arena. Gemeinsam mit Gewerbe- und Karnevalverein wurde an 16 Spieltagen auf dem Marktplatz ein Public-Viewing durchgeführt. Bei bestem Wetter herrschte eine grandiose friedliche Partystimmung und es gab unvergessliche Momente. Mit KVW und GVW hat der SVW seit dieser Zeit eine Partnerschaft und richtete in  diesem Jahr auch das Ortskernfest aus.

Eine weitere Premiere in 2006 war die Sommerfußballschule auf dem Sportgelände. Unter der fachlichen Anleitung von Trainern nahmen 26 Kinder daran teil. Diese hatten über vierzehn Tage hinweg viel Spaß und lernten sehr viel bei der Ballarbeit, die im Vordergrund des Lehrgangs war. Weitere Fußballschulen schlossen sich bereits an, sie finden mehrmals jährlich in den Ferien statt.

Von Januar bis März 2007 wurden die Gasstätte und das daran angrenzende Wohnhaus  komplett renoviert, was größtenteils in Eigenhilfe geleistet wurde. Im Juli führte der Verein einen kleinen Vereinsausflug für die Mitglieder und vor allem aber für die Helfer der Umbaumaßnahmen zur Hausbrauerei Schmucker ins schöne Mossautal durch. Nach einem kleinen Spaziergang und der obligatorischen Brauereibesichtigung verbrachte man einen angenehmen Nachmittag bei einer Bierprobe und "Hausmacher Spezialitäten".

 

Auch sportlich lief es rund. Die 1. Mannschaft erreichte in den Runden, die auf den Aufstieg folgten, immer Plätze im oberen Mittelfeld und die 2. Mannschaft schaffte 2006 die Qualifikation für die eingleisige C-Liga.

2007 schloss sich die Damenmannschaft der TG Bessungen dem SVW an und leistet seitdem neben dem sportlichen Bereich auch einen wertvollen Beitrag zum Vereinsleben. In diesem Jahr schaffte die B1-Jugend die Kreismeisterschaft und den Kreispokalsieg, zudem wurde die E1 Gruppensieger in der Kreisklasse.

Im Jahr 2008 schaffte es mit Jens Bangert ein Spieler des SVW sogar bis zur Weltmeisterschaft. Die deutsche Nationalmannschaft der Gehörlosen kam bei der WM in Frankreich bis ins Finale. Am 12. Juli wurde die Türkei mit 5:3 im Elfmeterschießen besiegt, und Jens Bangert stand in der Startelf.

Nach den sehr guten Erfahrungen mit der WM-Arena wurde mit den bewährten Partner GVW und KVW ebenfalls in 2008 die EM-Arena im Ortskern abgehalten, die wieder ein voller Erfolg wurde und im Kreis Darmstadt-Dieburg eine der größten Veranstaltungen dieser Art war.

Nach dem vierten Platz (2007) und dem dritten Platz (2008) konnte die 1. Mannschaft 2009 die Meisterschaft in der A-Klasse erreichen und damit nach 12 Jahren die Rückkehr in die Kreisoberliga. Dabei blieb das Team unter den Trainern Lothar Buchmann / Wolfgang Dörr sowie dem sportlichen Leiter Marco Ries in der Meisterschaftssaison ungeschlagen.

 

DER VEREIN IM JUBILÄUMSJAHR

 

Im Jahre des 100-jährigen Vereinsjubiläums bewegt sich die Mitgliederzahl bei einer Größenordnung von ca. 500 Personen, also etwa auf dem Niveau wie zu Beginn der 80er Jahre. Allerdings hat sich die Mitgliederstruktur etwas verändert. War damals die Mehrzahl der Mitglieder über zwanzig Jahre alt, so ist heute zu konstatieren, dass etwa die Hälfte der Mitglieder unter 18 Jahre alt ist.

In der Saison 2009/10 gehören zwei aktive Herrenmannschaften, eine Damenmannschaft, zwei AH-Teams sowie sechs aktive Schiedsrichter dem Verein an. Weiterhin nehmen 14 Jugendteams aller Altersklassen, davon ein Mädchenteam, am Spielbetrieb teil. Damit gehört unsere Jugendabteilung mit zu den führenden im Kreis Darmstadt. Auch wenn es heute für die Kinder und Jugendlichen mehr Freizeitmöglichkeiten gibt als zu früheren Zeiten, das Interesse unserer Jugend am Fußball ist ungebrochen. Und deshalb ist es wichtig, dem Nachwuchs Gelegenheiten zu bieten, dieser Lust am Kicken in einem Verein nachgehen zu können. Denn Sport verbindet unterschiedliche Nationen und Kulturen im friedlichen Wettkampf. Insbesondere Mannschaftssportarten haben neben der Gesunderhaltung eine große Bedeutung im Sinne von Integration und Sozialverhalten. Allerdings muss der Verein immer wieder Anstrengungen unternehmen, um für all diese Mannschaften Betreuer zu finden, was nicht immer einfach ist.

Auch bei örtlichen Veranstaltungen ist der Verein präsent, wie beispielsweise mit WM-/EM-Arena, die auch 2010 wieder durchgeführt wird, beim traditionellen Grillfest am 1. Mai oder beim Ortskernfest.

Man sieht, wie fast alle Clubs hat auch der SVW in seiner bewegten Geschichte Höhen, aber auch Tiefen durchlebt. Sportlich wie auch außerhalb des Spielfeldes ist  der Verein gut aufgestellt, wozu auch die unzähligen Mitglieder und Helfer im Hintergrund entscheidend beitragen. Auch zukünftig wird die Jugendarbeit eine zentrale Aufgabe beim SVW einnehmen. Der sportliche Erfolg um jeden Preis ist nicht die Philosophie des Vereins. Aber das Erreichen von Zielen belohnt die engagierte Arbeit und motiviert für die Zukunft.

 

Dieses Ideal soll auch für die kommenden Jahre unser Wegweiser sein.

FC Olympia Weiterstadt 1910